Montag, 10. März 2014

Endless Game

Lange mussten schwule Manga-Fans in Deutschland darauf warten. Endlich ist es soweit: Der Bruno Gmünder-Verlag veröffentlichte im Dezember vergangenen Jahres den ersten Bara-Manga, den Deutschland je gesehen hat!! "Bara" ist ein Fanbegriff für Mangas, die von schwulen Mangaka für eine schwule Leserschaft gezeichnet wurden. Auf Grund der expliziten Darstellungen und der extrem muskulösen und oft behaarten und/oder reiferen Männer unterscheiden sich solche Mangas DEUTLICH von den hierzulande weit verbreiteten Shonen-Ai-Mangas, die sich eher an eine weibliche Leserschaft richten und in denen nur total schlanke Bishonen (hübsche Jungs) vorkommen.
 
 Wir ihr auf dem Bild erkennen könnt, ist "Endless Game" von Gengoroh Tagame nicht, wie man vielleicht erwartet hätte, auf Deutsch sondern auf Englisch erschienen. Das finde ich allerdings nicht schlimm, da ich schon verstehen kann, was dahinter steckt und Englisch heutzutage sowieso jeder können sollte. Wahrscheinlich erhofft sich der Verlag davon, dass sie den One-shot so auch in andere Länder exportieren und somit weltweit Abnehmer finden können. Ein gutes Konzept, wie ich finde. Denn dadurch ist gewährleistet, dass der Verlag Profit macht und wir künftig auch weitere tolle Werke erwarten können. "Gunji", ein weiterer Manga von Gengoroh Tagame, ist nämlich erst kürzlich in Deutschland erschienen.
 Gengoroh Tagame ist berüchtigt für seine extremen Darstellungen von BDSM und sogar Kaviar. "Endless Game" ist jedoch recht zurückhaltend mit diesen Elementen. Wahrscheinlich hat der Verlag auf diesen eher soften Manga als Einstieg gesetzt, um die noch ahnungslose Leserschaft erst Mal an Tagames Stil zu gewöhnen, bevor sie gleich dessen Hardcore-Mangas raushauen, die die Leute eventuell eher abschrecken würden. Auf BDSM und Kaviar wurde in "Endless Game" komplett verzichtet, jedoch gibt es zumindest eine Szene, in der der Protagonist Akira von Kenji und Ryu angepinkelt wird.
 Das Format ist ziemlich ungewöhnlich für einen Manga. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob es eine gute Idee vom Gmünder-Verlag war, die Mangas so riesig zu machen, da sie dadurch recht unhandlich sind und man keine Hand zum Wichsen frei hat :( Vermutlich hätte man mit einem kleineren Taschenbuch-Format auch den Preis etwas runterschrauben können, denn 20 € sind viel Geld für einen One-shot. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Mangas dafür komplett unzensiert sind, was noch nicht Mal in ihrem Entstehungsland der Fall war. Sowas ist mir dann sogar die 20 € wert :) Außerdem sind ausklappbare Farbseiten auf der Rückseite des Front- und Backcovers zu finden:
Zeichenstil: Gengoroh Tagame hat von allen mir bekannten Bara-Mangaka den realistischsten Zeichenstil und in Japan ist sogar ein Preis nach ihm benannt. Er ist also sowas wie der Urvater des Bara-Mangas und daher ist es nur natürlich, dass der Verlag für den Anfang nur auf Tagames Mangas setzt. Allerdings hoffe ich, dass irgendwann auch mal Werke von Takeshi Matsu und Tsukasa Matsuzaki erscheinen werden. Denn was mir in Tagames Werken total fehlt, sind wahre Liebe und Romantik. Die Männer in seinen Werken sind meistens totale Huren, die wahllos mit jedem Sex haben, der halbwegs gut aussieht und die Beziehungen sind eher von Unterdrückung und Sex geprägt als von Liebe. Aber das große Plus bleiben dennoch die geilen Zeichnungen und allein die stimulieren einen immer wieder so sehr, dass man regelrecht explodiert :D

Handlung: Zu Beginn gerät der schwule Student Akira bei einem Puff-Besuch in Kenjis Falle: Ein vermeintlicher Polizist zieht ihn aus dem Verkehr und bringt ihn dazu, sich vor ihm und somit in aller Öffentlichkeit zu entblößen, was ja ein Vergehen ist. Um einer Bestrafung zu entgehen, soll Akira zu einer bestimmten Adresse gehen und dort mit dem Bullen alles Weitere besprechen. Doch statt dem Polizisten öffnet ihm dort Kenji die Tür: ein extrem heißer Zuhälter. Die beiden haben wilden Sex und treffen sich immer wieder zum Ficken. Ehe sich Akira versieht, wird er auch schon von Kenji als Go-Go-Tänzer angeheuert und findet schnell Gefallen an dem Job, da er so mit Ryu zusammen tanzen kann, einem weiteren ziemlich geilen Kerl. Anschließend schickt Kenji Akira in den Dark-Room, damit er sich dort von all seinen Fans hart durchficken und besamen lassen kann - natürlich alles ohne Kondom. Die Tage vergehen und Kenji gelingt es schließlich sogar, Akira zu einer Sex-Show zu überreden. Da Ryu sein Sex-Partner sein würde, lässt sich Akira natürlich nicht zwei Mal darum bitten. Es kommt sogar zu einem heißen Dreier mit Ryu und Kenji! Irgendwann gelingt es Kenji schließlich sogar, Akira dazu zu bringen, sich zu prostituieren. Wie sich herausstellt, steckten alle unter einer Decke: der Polizist, Ryu und der Puff-Besitzer - sie alle sind Kenjis Nutten und jeder von ihnen bekam eine Zahl auf den Hoden tättowiert, um ihre Zugehörigkeit zu Kenji auszudrücken. Der Manga endet damit, dass sich Akira für Geld sogar von Yakuza ficken lässt und nun auch zu Kenjis Prostituierten gehört - eine "17" ziert seine haarigen Klöten.

Im Nachwort erklärt Tagame, dass der Manga in gewisser Weise vom Untergang des Protagonisten erzählt, der von einem Freier zum Prostituierten wird und mit diesem Leben sogar glücklich ist, da Kenji all seine Nutten fickt und Akira ja schließlich sogar Geld dafür bekommt, abzuspritzen. Dennoch betont Tagame, dass er nicht wertet oder urteilt und das jedem selbst überlassen ist. Insgesamt hat der Manga also recht wenig Handlung und den Großteil machen natürlich die zahlreichen Sex-Szenen aus ;) 
 Charaktere: Also der Hauptcharakter Akira, den ihr auf dem oberen Bild rechts seht, sagt mir absolut nicht zu. Er ist kaum behaart und hat ein dümmliches Gesicht. Das macht dieser Manga allerdings durch die anderen heißen Kerle wett. Meine persönlichen Favoriten sind der Polizist, Ryu (auf dem oberen Bild links) und allen voran Kenji (auf dem unteren Bild links): Wer würde sich nicht voller Wonne von Fleisch-gewordenen Göttern wie Kenji und Ryu ficken und ins Gesicht pissen lassen? In gewisser Weise ist Akira tatsächlich zu beneiden^^'''

Fazit: Absolute Kaufempfehlung!! 20 € sind zwar etwas dick aufgetragen, aber wann bekommt man schon Mal die Chance, sich einen Tagame-Manga anzusehen, ohne dabei auf Kot und abartige Folter-Szenen zu stoßen, den man dazu auch noch verstehen kann? Na ja, vorausgesetzt natürlich man versteht Englisch. Wer kein Englisch kann, muss leider ohne die Dialoge und Handlung auskommen, aber so viel verpasst man da eh nicht. Die Zeichnungen sind das Haupt-Event und allein für die lohnt sich der Kauf alle mal!! ;)

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